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Nachbarschaftsprojekt Mockau

s_img_3033 BGL Nachbarschaftshilfeverein - Nachbarschaftsprojekt Stadtteile - Mockau

VorOrt in Mockau

Kleiner Bericht über unseren Besuch

Corona machte auch diese Planung extrem schwer. Mehrmals standen wir seit Anfang April in den Startlöchern, hatten unsere Kooperationspartner kontaktiert um Genehmigungen für die Nutzung ihrer Außenanlagen zu erhalten, Zeit freigehalten und eingeplant – und dann konnte wieder nichts durchgeführt werden.

In der Zwischenzeit haben wir in den Quartieren schon eine Menge Aktionen (unter den strengen Vorkehrungen) durchgeführt (Konzerte, Lesungen, Tauschbörsen) – womit wir bereits vor dem eigentlichen Auftakt im Quartier wahrgenommen wurden sind. Aber eben als Veranstalter, während unser Ziel ja in der Aktivierung der Nachbarschaft liegt, selbst aktiv zu werden.

Wir starteten am 09.06.2021 bei sonnig-warmen Wetter auf den bereits öfter von uns genutzten BGL Gelände in Mockau-Süd. Der Pavillion wurde aufgebaut, da dieser weithin sichtbar ist und mit einer großen Gebietskarte, auf der die Nachbarn Begegnungsorte einzeichnen sollten und somit auch andere Nachbarn über Unbekanntes informieren konnten, ausgestattet.

Hörspielstationen in Form von Liegestühlen, MP3 Player und kleiner Lautsprecherbox wurden unter schattigen Bäumen eingerichtet, Spielgeräte für Kinder auf dem anliegenden Rasen verteilt, Pinnwände mit Beispielen für Nachbarschaftsprojekte und Platz für eigene Ideen/Wünsche errichtet. Die fertige Auswertung der Umfrage wurde ebenso an Pinnwänden platziert. Letztendlich sorgten noch Tische, auf denen Spiele und Malangebote lagen für die Abrundung unserer mobilen Nachbarschaftsbegegnungsstation.

Im Gegensatz zu den Veranstaltungen mit Konsumscharakter war der Zulauf in Mockau-Süd eher verhalten. Wir konnten insgesamt ca. 10 Erwachsene und einige Kinder anziehen und in Gespräche über die Nachbarschaft verwickeln. Der im Vorfeld bei der Tauschbörse vorgestellte Tauschschrank fand darüber allerdings eine weitere Patin, die bereit ist, regelmäßig nach ihm zu schauen, womit sich nun 3 Paten diese Aufgabe teilen. Die Auswertung der Umfrage stieß auf nicht viel Interesse, doch an der Gebietskarte wurde fleissig mitgearbeitet. Insgesamt gibt es jedoch nicht viele Anlaufpunkte in Mockau, v.a. nicht in kultureller Hinsicht. Viele Anwohner scheinen jedoch einen Garten in der Nähe zu haben, der stark genutzt wird, wie wir an Besucherströmen Richtung Sparte feststellen konnten.

Als Wunsch um Begegnung zu fördern wurde die Aufstellung einer Bank in einem Hof, in dem es noch keine gibt genannt. Die Kinder waren sehr aktiv und freuen sich offensichtlich über jedes Angebot. Die Kunst wird sein, Angebote – die wir für sie machen können – in Hände vor Ort zu überführen, weshalb in irgendeiner Form auch die Eltern mit angesprochen werden müssen. Dafür suchen wir noch nach einem Weg.

Das Wahrnehmen von Nachbarschaft erfolgt sehr unterschiedlich. Die Bewohner, die seit den 1960iger Jahren dort wohnen, können sich nicht über zu wenig Kontakte beklagen. Dies sehen später hinzugezogende, ältere Menschen anders, denen es sehr schwer fällt mit Nachbarn Kontakt aufzubauen. Kürzlich Zugezogene sind wiederum begeistert vom Wohnumfeld, dem Service der Genossenschaft, unseren Angeboten … (dies aber nur ein Eindruck aus 10 Stimmen von einigen Hundert Bewohnern). Positiv angemerkt wurde die längere Standzeit einer Wiese durch eine Mieterin.

Mockau

Mockau ist ein baulich sehr abwechslungsreicher Stadtteil, in dem sich die städtebauliche Entwicklung der letzten 120 Jahre modellhaft spiegelt. Viele Wohnanlagen wurden von Baugenossenschaften errichtet. Gartenspartenanlagen aber auch Parks und große Sportanlagen umgeben diesen eher ruhigen Stadtteil. Kulturell ist in Mockau nicht viel los, auch wenn es erste zarte Ansätze durch lokale Akteure gibt, dies zu ändern.

Trotzdem fühlen sich die meisten der von uns Befragten ziemlich wohl in Mockau, schätzen die kurzen Wege ins Stadtgrün. Beklagt wird eher eine Überalterung der Bewohnerschaft, doch zunehmend ziehen auch Familien in diesen Stadtteil.  Mit unseren Angeboten möchten wir das Wohnquartier für die Bewohner auf neue andere Art erschließen.

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Leipzig Liest kommt nach Mockau

zwei Buchvorstellungen am Tag des Nachbarn

Im Hinterhof Mockau hinter der Beuthstraße 140 finden am Freitag, den 28.05.2021 zwei Buchvorstellungen im Rahmen des Lesefestes der Leipziger Buchmesse, Leipzig Liest statt. Bitte melden Sie sich mithilfe der Anmeldelisten in Ihren Häusern zur Veranstaltung an.


28.5., 18 Uhr: Peter Richter: Im Loktender in die Freiheit

2 Männer fliehen 1962 verborgen im 14°C Wasser des Tenders einer Dampflok vom Vogtland nach Hof. Peter Richter beschreibt seine Kindheit und Jugend in der DDR und die Gründe seiner Flucht aus der DDR im August 1962. Außerdem wird die Vorbereitung und Durchführung der Flucht aus der DDR beschrieben.  
Peter Richterwurde im Juli 1973 in Dresden geboren und wuchs im Stadtteil Loschwitz auf. 1992 machte er Abitur an der Kreuzschule. Nach dem Studium der Kunstgeschichte in Hamburg und Madrid (Promotion 2006) war er Feuilleton-Redakteur bei der FAZ sowie bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) und schrieb mehrere Sachbücher. Seit 2012 berichtet er als Kulturkorrespondent für die Süddeutsche Zeitung aus New York. Sein im März 2015 erschienener Roman "89/90" (Luchterhand) gilt als Meilenstein der Literatur, die sich im Rückblick mit der Erosion der DDR beschäftigt. Richter beschreibt darin mit seiner lakonisch klaren Sprache die Erlebnisse eines 16-jährigen Dresdners in der Zeit der Wende. Der Roman steht auf der Longlist (20 Bücher) für den Deutschen Buchpreis 2015.

28.5., 19.30 Uhr:

Monika Geier mit VOLL FIESE FLORA: Einheimische Giftpflanzen schwesterlich betrachtet – Eine (Ent-)Führung in die kriminelle Welt giftiger Gewächse: Die Autorin leitet die Ermittlung. VOLL FIESE FLORA: Einheimische Giftpflanzen schwesterlich betrachtet – die bekannte Krimiautorin Monika Geier wirft verschmitzte Blicke auf heimische Gewächse mit schlechtem Ruf, erörtert ihre Geschichte und kommentiert ihre Rolle im Sozialen. Charakterstarke Pflanzenporträts, verfasst und illustriert von einer der besten deutschen Kriminalschriftstellerinnen! Monika Geier leitet die Ermittlung, fördert Verborgenes zutage und wird schließlich selbst verhört [Gespräch mit Publikum/Moderation stellt Fragen]