Wir spazieren im Lützschenaer Park
Das Rittergut Lützschena befand sich seit dem beginnenden 15. Jahrhundert im Besitz der alten sächsischen Adelsfamilie von Üchtritz. Die letzte Maximiliane E. S. von Klengel, geboren von Üchtritz, hatte es 1804 an ihren Mann, den Rittmeister von Klengel veräußert, war aber nach dessen Tod 1816 aus finanziellen Gründen gezwungen, das Erbe auszuschlagen. Das Gut wurde 1822 versteigert und gelangte dadurch an den Kaufmann Maximilian Speck.
Schon 1685 wurde im Gut ein "Lustgarten" erwähnt. Ein 1743 eingestellter "Lustgärtner" betreute laut Dienstvertrag unter anderem eine Orangerie. Ein Teil des später in die Parkgestaltung einbezogenen plastischen Schmucks (Jungfrau, Greis) stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dieser Zeit. Außerdem existierten verschiedene Obst- und Küchengärten sowie ein Hopfen- und Reisgarten.
Nach 1945 erlebte der Park seinen Niedergang. Mit der Bodenreform parzelliert und zur Nutzholzgewinnung freigegeben, war sein ursprünglicher Charakter kaum noch auszumachen. Ein damaliger Parkbeirat konnte den Verfall nicht aufhalten. Als eine weitere Zergliederung des Parks und der Verkauf drohten, entschloss sich 1998 der Erbe des Familienbesitzes, Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg, die Anlage zurück zu erwerben, um sie mit der Gemeinde Lützschena und nach der Eingemeindung mit der Stadt Leipzig im Sinn des Gründers für die Öffentlichkeit zu erhalten und zu sanieren.
Bei der zukünftigen landschaftskünstlerischen Gestaltung werden mit Ausnahme einiger exemplarischer Parkarchitekturen, beispielsweise des Familienbegräbnisses, keine Rekonstruktionen historischer Objekte entstehen, vielmehr durch weiterführende künstlerische Ideen neue Akzente bei der Ausprägung des Charakters des Parks geschaffen werden. In der Auwaldstation am heutigen Parkeingang finden Besucherinnen und Besucher aktuelle Information zum Park, diesem bedeutenden Stück gelebter Leipziger Familiengeschichte.
Treff: 13:50 Uhr Haltestelle Lützschena
Kosten: 1.- € zu erreichen mit Tram „11“
Anmeldung bis 16.02.2026